FDP HH-Nord: Bedenken gegen Stadtbahn ernst nehmen
Der Vorsitzende der FDP Hamburg-Nord, Robert Bläsing, fordert den Senat auf, die Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner sowie des ADAC gegen sie Stadtbahn ernst zu nehmen:
“Die Vorstellung der Streckenführung im bezirklichen Verkehrsausschuss in der vergangenen Woche hat die gesamte problematische Gemengelage dieses ideologischen Projekts zu Tage getragen. Während die Hochbahn AG einen Schönwettervortrag gehalten hat, der alle wesentlichen Knackpunkte unter den Tisch fallen lassen hat, sind die anwesenden Anwohnerinnen und Anwohner insbesondere aus Eppendorf und Winterhude sehr besorgt über die Auswirkungen gewesen. Es ist zu befürchten, dass die Parkplatznot in Eppendorf noch weiter zunehmen wird. Auch ist erwarten, dass die Stadtbahn zu einem Verkehrskollaps in den betroffenen Stadtteilen führen wird. Es fällt beispielsweise auch auf, dass in allen hübschen Abbildungen der Hochbahn weder Oberleitungen, noch notwendige Trafo-Einrichtungen aufgeführt sind. Dabei ist derzeit über weite Streckenteile ungeklärt, wie dies angesichts dichter Bebauung und akuter Platznot umgesetzt werden soll.
Bläsing weiter:
Auch die Eingriffe ins Stadtgrün sind aus Sicht der FDP höchst problematisch. Wenn es nach der Hochbahn ginge, würde insbesondere am nordwestlichen Rand des Stadtparks wertvoller Baumbestand großzügig der Kettensäge zum Opfer fallen. Das ist mit der FDP definitiv nicht zu machen. Die Stadtbahn ist nach der Schulreform das zweite zentrale Projekt des schwarz-grünen Senats, das mit der ideologischen Brechstange um jeden Preis durchgedrückt werden soll. Die Finanzierung steht angesichts der dramatischen Haushaltslage auf sehr wackeligen Füßen und ist nach wie vor völlig ungeklärt. Der verkehrspolitische Nutzen ist ebenfalls mehr als fragwürdig. Das einzige, das bisher festzustehen scheint, ist das Ziel von Stadtentwicklungssenatorin Hajduk während der heißen Phase des nächsten Bürgerschaftswahlkampfs Anfang 2012 ohne Rücksicht auf Verluste medienwirksam den ersten Spatenstich zu absolvieren. Seriöse Politik sieht jedenfalls anders aus.”